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Projektarbeit in Berlin 5. bis 10.November |
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Die Abiturienten in Sande haben
Anfang November eine Studienfahrt nach Berlin gemacht. Hier haben sie die Stadt Berlin und
ihre Geschichte näher kennengelernt, sie haben das KZ Sachsenhausen besucht, und sie
haben alle ein fachübergreifendes Projekt auf verschiedenen Gebieten durchführt. Die Leistungsschüler in Sande hatten als Thema die
Situation nach dem Fall der Mauer und die Wiedervereiningung, und zwar wie es die Berliner
sehen: finden sie alles nur positiv 10 Jahre danach? Oder gibt es auch negative Effekte,
die heute merkbar sind? Gibt es noch die sogenannte "Mauer im Kopf"?
Unterscheiden sich die Auffassungen unter den ehemaligen West-Berlinern von denen der
ehemaligen Ost-Berlinern? Wie reagieren Leute überhaupt, wenn sie danach gefragt werden? |
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| Das Ergebnis war sehr interessant,
denn der Eindruck der Schüler von dem, was sie gelesen und gehört haben, wie die
Situation eigentlich ist, wurden tatsächlich bestätigt! Hier erfolgt eine
Zusammenfassung ihrer Vorarbeit zu Hause und ihrer Interviews in Stadtteilen außerhalb
der Stadtmitte in West- und Ost-Berlin.
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| Das Alltagsleben in der ehemaligen DDR 1. Die sozialistische Erziehung: |
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| Im Osten hatten sie eine sozialistische Erziehung. Schon in
der Kinderkrippe und dem Kindergarten malten die Kinder Arbeiterfahnen neben Blumen und
Sonne. Sie sangen vom Sozialismus, von der Freundschaft zur Sowjetunion und vom Kampf für
den Frieden. Die Jugendlichen hatten auch eine sosialistische Erziehung, die schloss ihre
Freizeit ein. Die meisten Jugendlichen waren in Pionier- und FDJ-Organisationen, wo der
Staat hintersteckte. Sie mussten der Allgemeinheit dienen. Die Jugendlichen gingen in den
Jugendklub. Im Westen hiess es Disko, aber im Osten wollten sie die amerikanische Schreib-
und Lebensweise abgrenzen. Es gab auch eine Vorschrift, dass sie 60 Prozent Osttitel zu 40
Prozent Westtitel Musik spielen mussten. Die Mütter hatten viele Vorteile, weil sie 3 Jahre Mutterurlaub nehmen konnten, und sie kriegten ihre ursprüngliche Stellung später zurück. Vom ersten Arbeitstag der Mütter kamen die Kinder in den Kindergarten. Familien mit vielen Kindern kriegten extra Geld von dem Staat als Belohnung, weil sie die Einwohnerzahl erhöhen mussten. (Dies wegen dem Verlust an Arbeitskraft nach dem Westen durch Flucht.) Jeder DDR-Einwohner hatte ein Recht auf Arbeit. Man hatte immer eine Arbeit, denn wenn man seine Arbeitsstelle wechseln wollte, wurde der alte Arbeitsvertrag erst gekündigt, wenn der neue unterschrieben war. Deshalb war man in der Zwischenzeit nicht ohne Arbeit. Im Osten verdiente man wenig Geld, aber die Lebensmittel waren auch ganz billig. (Nur die notwendigsten Lebensmittel, alles andere wurde als Luxus gerechnet und war dementsprächend teuerer.) Das Wohnen war auch ganz billig. Es kostete dasselbe pro Quadratmeter überall, egal ob es ein neue Kleinhaus auf dem Lande oder eine alte Wohnunhg in einer Mietskaserne in der Stadt war. Es gab auch viele Nachteile im Osten. Sie mussten 10 Jahre auf ein Auto warten, und nur wenige Hausstände hatten einen Fernseher. Ein junges Ehepaar musste meistens die ersten Jahre ihrer Ehe im alten Kinderzimmer bei den Eltern verbringen. Die DDR-Einwohner hatten gute soziale Verhältnisse. Das Kulturleben war sehr gut ausgebaut. In der Freizeit gab es ein Brigadeleben (Arbeitskollektiv). Die Mitglieder in einem Betrieb kamen zusammen um Spass zu haben. Sie gingen ins Theater und Museen. Sie hatten Sang- und Tanzgruppen, Lesevereine, Bastlergruppen u.s.w., alles meistens vom der VEB-Brigade veranstaltet. (VEB = Volkseigener Betrieb, so hieb en alle Betriebe in der DDR, sie waren ja staatlich, also gehörten sie dem Volk!) Im Osten hatte man nicht die Reisemöglichkeiten wie im Westen. Nur einige Menschen
konnten in andere Ländern fahren, und dann meistens nur andere Ostblockländer. Rentner
konnten immer fahren, weil es keine Niederlage war, wenn sie nicht zurückkamen. Die
Rentner waren nur eine Ausgabe für den Staat, der Staat musste ja die Rente bezahlen!
Kinder unter 15 Jahren konnten auch nach dem Westen oder anderen Ländern fahren, weil der
Staat dachte, dass sie immer zu ihren Eltern zurückkamen. Es kam fast nie vor, dass die
ganze Familie zusammen reisen durfte, einer musste immer zu Hause bleiben um zu sichern,
dass die anderen zurückkamen. |
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2. Die
ökonomische und wirtschaftliche Situation: |
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| Nach Deutschlands Teilung 1945 übernahm eine
kommunistische Partei die Führung in Ostdeutschland, während Westdeutschland eine
Demokratie kriegte. Vielleicht war es nicht so sonderbar, dass Ostdeutschland den
Kommunismus eingeführt hat, weil Ostdeutschland in der sowjetischen Zone lag. Der
Kommunismus ist weitgehender Sozialismus, und sie kämpften für Gleichheit für alle.
Alle hatten einen Anspruch darauf, grundlegende Notwendigkeitsgüter zu bekommen, zum
Beispiel Essen, Wohnung und Arbeit. Weil West- Berlin mitten in Ostdeutschland lag, kriegte die Stadt einige extra Güter. Beispiele sind niedrige Steuerprozente und Lebensmittelsubventionen. Das wurde eingeführt, damit die Einwohner in West-Berlin die Stadt nicht verlassen sollten wegen der Ökonomie. Vorteile gab es auch in Ostdeutschland. Die Führung wollte Arbeit für alle haben. Das machte nämlich soziale Sicherheit. Preise auf Lebensmittel und Wohnungen waren sehr niedrig, gerade weil alle eine Chance zu einem normalen Leben haben sollten. 1989 war die Arbeitslosigkeit im Osten gleich null. Die SED war auch ein Vorkämpfer für die Frauen. Sie hat die Frauen mit den Männern in dem Arbeitsleben gleichgestellt. 1989 waren 90 prozent von den Frauen berufstätig. Merkwürdig war es doch, dab die Mehrzahl von den berufstätigen Frauen in den niedrigeren Lohnsgruppen lag! Alles war kontrolliert in der DDR. Die Behörden regulierten Preise und Lohnungen, und führten eine planwirtschaftliche Politik. Es bewirkte, dass die Lohnungen generell niedrig waren. Andre politische Parteien aub er der SED waren verboten und die Behörden hat Pressezensur eingeführt. Ostdeutschland präsentierte sich als ein demokatisches Land, aber der Schein trügt. Die Einwohner der DDR waren besonders vernügt mit dem Schutz, die Sicherheit und der Verborgenheit, die der Staat ihnen bot, aber die meisten verstanden bald, dass sie irgendwie eingesperrt waren. Sie hatten wenige Reisenmöglichkeiten und es waren sehr strenge und kontrollierte Grenzeübergänge. Die pesönliche Freiheit war minimal. |
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Die
Geschichte der Mauer: |
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| Nach dem zweiten Weltkrieg wurde Deutschland in zwei Teile
geteilt. Der westliche Teil wurde von den USA, Großbritannien und Frankreich
kontrolliert, der östliche von der Sowjetunion. Der westliche Teil ( die USA,
Großbritannien und Frankreich) hieß die BRD, und der östliche Teil die DDR. Auch
Berlin, die Hauptstadt in Deutschland, wurde in die zwei selben Teile geteilt. In Deutschland zu dieser Zeit war die Bewegungsfreiheit sehr beschränkt und streng, aber nicht so streng in der Praxis. Sehr viele konnten die Grenze nach Westen kreuzen, besonders konnten man einfach von Ost- nach West-Berlin fahren. Die Leute flüchteten, weil sie nicht unter der stengen Kontrolle der DDR-Behörden leben wollten. Die Verhältnisse zwischen der DDR und den Westallierten wurden schlimmer, und der Streit zwischen ihnen endete in den Kalten Krieg. Eine Folge des Kalten Krieges war, dass 1961, am 13. August, in Berlin eine Mauer
zwischen dem Osten und dem Westen gebaut wurde. Der Grund war, dass die DDR nicht mehr
Arbeitskraft verlieren konnte, sondern ihre Ökonomie aufrechterhalten musste. Damals war
es noch einfach, vom Osten nach Westen über Berlin zu flüchten, die S-Bahn und die
U-Bahn galten noch für beide Stadtteile gemeinsam Die Mauer war eine 4,5 Meter hohe
Betonmauer, sie teilte Berlin in Ost und West. Um West- Berlin lief auch eine Mauer gegen
die Landgebiete der DDR am Außenrand der Stadt, insgesamt 170 Kilometer Mauer. Die Mauer wurde am 9. November 1989 geöffnet. Dies war reiner Zufall. Die Behörden der DDR wollten nur Reisefreiheit einführen, aber ein Beamter hat den Bescheid falsch verstanden und gab den Grenzsoldaten Bescheid, an diesem Abend alle Grenzsperrungen aufzuheben. Dies war der Anfang vom Fall des Staates DDR. Am 3. Oktober 1990 wurde Deutschland dann wiedervereint. |
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Wie hat der Fall der Mauer
eine Einwirkung auf Ihren Alltag?" |
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| Wir machten eine gute Vorarbeit, und hatten deshalb wenig
Arbeit in Berlin. Wir sollten nur Interviews machen, und das war wohl kein Problem. Haben
wir gedacht!! Viele Leute, sowohl aus dem Osten als auch aus dem Westen, wollten gar nicht
mit uns sprechen!! Wir hatten große Probleme einige zu finden, die über die Mauer
sprechen wollten. Wir haben ungefähr 10 Personen im Osten und Westen gefunden, die sprechen wollten, aber sie waren wiederum sehr nett und hilfbereit.
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Wir hatten diese
vier Fragen für die Personen: Osten, die ehemalige DDR: 2. Negative
Veränderungen: 2. Negative
Veränderungen:
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![]() 8 Stunden Projektarbeit macht müde, nicht wahr, Caroline?
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KONKLUSION: Alle Interviewobjekte hatten mehrere negative als positive Argumente, trotzdem waren sie überwiegend zufrieden mit der Situation nach dem Fall der Mauer. Die jüngeren waren positiver als die älteren und sahen fast keine negativen Aspekte. Das ist nicht überraschend, denn sie waren noch Kinder zur Zeit der zwei deutschen Staaten und dachten kaum an Politik, Reiseeinschränkungen und Warenmangel. Aber sowohl jung als alt fanden, dass in vielen Köpfen noch eine Mauer besteht und lange bestehen wird! Unter den älteren Personen haben wir auch eine Rentnerin getroffen, die ganz offen sagte, sie würde alles tun, um die Mauer wieder zu haben, denn damals war das Leben für sie gut!! Unsere Eindrücke von der Vorarbeit wurden voll bestätigt, es war ein interessantes und - nach unserer Meinung! - ein sehr gelungenes Projekt. |