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Hermann Hesse:

KLEIN UND WAGNER

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Jubiläumsjahr

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Werk

Hesse

Hesse


Kurz über den Verfasser:

    
Hermann Hesse wurde 1877 in Calw in Deutschland geboren, aber die längste Zeit seines Lebens wohnte er in der Schweiz, in Montagnola, wo er auch  in der Nacht zum 9.August 1962 starb. 2002 ist das große Hesse Jubiläumsjahr.
     Er war ein sehr vielseitiger Mensch und hat eine große Menge Bücher geschrieben, darunter viel Poesie. Er war manisch-depressiv und hatte oft Perioden, wo seine Krankheit  ihm das Schreiben schwer machte. Er hatte auch längere Perioden im Krankenhaus. Viel von seiner Arbeit ist davon geprägt, besonders vielleicht seine Gedichte. Trotz seiner Krankheit ist er viel gereist, besonders seine Reise in den Orient hat große Bedeutung für seine Arbeit gehabt (z.B. "Siddharta").
     Wir verstehen, dass Hesse in vielen Weisen sein Leben wiederspiegelt in dem, was er schreibt. Es ist auch leicht, Hesse in seinen Hauptpersonen zu erkennen. In dem Kurzroman "Klein und Wagner" ist dies besonders deutlich.
     Seine bekanntesten Werke sind "Siddharta", "Der Steppenwolf" und "Das Glasperlenspiel", für das letzte Werk ist ihm 1946 den Literaturnobelpreis verliehen. Im selben Jahr erhielt er auch den Frankfurter Goethe-Preis, 1950 den Wilhelm-Raabe-Preis, und 1955 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er war auch Ehrenbürger von Montagnola.
 

 

 

 

Der Fall Wagner


Inhaltsreferat des Buches:

     Klein ist ein Durchscnittsmensch. Er arbeitet in einem Büro in einer deutschen Stadt, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er hat Probleme mit Angst und Depressionen, er hasst sein Leben, aber  macht nichts damit, lässt sich nur treiben.
     Eines Tages hat er durch Zufall die Möglichkeit, eine größere Geldsumme von seinem Arbeitgeber zu unterschlagen. Er kauft sich einen falschen Pass und fährt mit dem ersten, besten Zug Richtung Süden fort. Während er im Zug sitzt, denkt er an einen Mörder, der seine Familie ermordet hat. Er ist von diesem Mann sehr fasziniert, neidisch sogar, und nimmt den Namen des Mörders, Wagner, an.
     Nach etlichen Stunden im Zug steigt er aus, wo ist unwichtig, aber weit von zu Hause weg in einem anderen Land, wo er unbekannt ist. Hier kehrt er in einem guten Hotel ein, wo er seine letzte Zeit verbringt. Er unternimmt nicht viel, geht spazieren, schläft, wenn er kann, kämpft mit seinen Gedanken. Er trifft zufällig eine, vielleicht etwas "billige", Dame mit gelbem Haar, Terezina, und verliebt sich auf Anhieb. Sie treffen sich öfter, aber ohne Verpflichtung, sie interessiert sich mehr für sein Geld und die Möglichkeiten, die es ihr bietet.
     Eines Tages fährt er aus der Stadt, um in den ländlichen Umgebungen zu wandern. Er wird von einem Gewitter überrascht und fragt in einem Haus, ob er bei ihnen übernachten darf. Die Hausfrau versucht, unauffällig einen besonderen Kontakt mit ihm zu haben, später klopft sie an seine Tür und sie verbringen die Nacht zusammen, was ihn schmeichelt. Aber er versteht, dass er nur Terezina will, und auch diese fremde Frau verlässt er ohne ein Wort, genau wie mit seiner eigenen Frau.
     Zurück in der Stadt lädt er Terezina zum Kasino ein. Um dahin zu kommen, müssen sie mit dem Boot über den See fahren. Sie verbringen einen langen Abend zusammen. Jetzt versteht er, dass er Terezina nicht haben kannn, deshalb will er sie töten. Er sucht sie nach dem Heimkehr auf, aber schafft es nicht, sie umzubringen, er ist eben nicht Wagner,  er ist nur Klein! Er fühlt sich so misslungen, dass er sein Leben abschließt, er ertränkt sich im See.


Seine zwei Persönlichkeiten in Stichwörtern:
Als Klein:     - Familienvater, Frau und zwei kleine Kinder (die er sehr lieb hat)
                    - arbeitet in einem Büro, unwichtige Stellung
                    - keine akademische Ausbildung
                    - Probleme mit Angst, hört Stimmen im Kopf
                    - ein langweiliger, grauer Durchschnittsmensch
                    - ein kleiner Mensch, d.h. ohne Bedeutung
                    - unauffallend, anonym und ohne großen Wert
Als Wagner:     - mutiger und rücksichtsloser
                        - hat mehr Anziehungskraft, besonders unter den Frauen
                        - fühlt sich freier, auch von den inneren Stimmen
                        - ist nicht einer der vielen

Thema:
     Das Buch handelt von Flucht. Klein ist nicht zufrieden mit seinem Leben, er möchte eine andere Person sein, eine andere Persönlichkeit haben. Aber wenn er dies versucht, wenn er eine andere Persönlichkeit annimmt, misslingt er. Der Grund für seine Flucht ist hauptsächlich seine Angst, er möchte vor seiner Lebensangst fliehen. Er ist misslungen und möchte was anderes sein, nicht Klein, sondern etwas Großes.
     Leider hat er das falsche Vorbild in Wagner gewählt. Durch Wagners Geschichte, der Lehrer tötete bestialisch seine ganze Familie, bekommt auch Klein absurde Gedanken und möchte seine eigene Familie töten. Aber seine innere Angst treibt ihn auf die Flucht, er hat nicht den Mut, eine solche furchtbare Tat durchzuführen. Er hat nur den pathetischen Mut, sich selber umzubringen.

Konflikte:
     Klein hat nach außen gesehen keine Probleme. Er ist ein normaler Mann mit Frau, zwei Kindern und Arbeit. Aber in seinem Kopf sind es Konflikte zwischen dem Guten und dem Schlechten. Er hat viele Wahnvorstellungen, z.B. Sexual- und Gewaltphantasien.

Milieubeschreibungen:
     Im Buch wird eigentlich kein Milieu deutlich, nur sein Inneres. Wenn aber Klein als Wagner eine gute Periode hat, was nur Minuten oder wenige Stunden dauert, wird die Natur mit vielen Einzelheiten beschrieben. Man bekommt einen guten Eindruck davon, wie es in der Umgebung aussieht, was vielleicht ein Versuch des Normalseins ist.


Unsere subjektiven Kommentare:
     Das Buch "Klein und Wagner" war an und für sich interessant genug. Es hat aber keine wichtige äußere Handlung, viel mehr spielt es auf einem inneren Plan in einem Menschen, und das ist nicht so leicht zugänglich. Hesses Sprache ist auch  oft sehr kompliziert, er schreibt lange Sätze (z.B. in unserer Ausgabe* auf Seite 12: Indessen lief der Zug, und Dorf.........). Hesse hat eine Tendenz (aber dass ist ja eben Hesse!), sehr viele Gedanken in den Text  einzubauen, was das Lesen schwieriger macht, besonders für den ungewohnten Leser. Das Buch appelliert an reife junge Leute und an Erwachsene. Auch für Professionelle in der Medizin/Psychiatrie müsste das Buch interessant sein.
    Anfangs haben wir behauptet, dass Hesse viel von seinem eigenen Leben und Problemen in seinen Büchern und Gedichten präsentiert, dass sie also oft autobiographisch sind. In diesem Buch glauben wir, dass dies sehr deutlich zu verstehen ist. Das Buch kann wohl auch als eine Vorstudie zum Hauptroman "Der Steppenwolf" gerechnet werden.
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